SOMMERREIFEN UND PROFILTIEFE
Sommerreifen ist hohen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen sowohl auf heißen Asphalt als auch bei starkem Regen ihre Spur halten können. Welche Profiltiefe Sommerreifen haben müssen, erfahren Sie hier.
WIE VIEL PROFIL HABEN NEUE SOMMERREIFEN?
Sommerreifen besitzen ab Werk eine Profiltiefe von circa acht Millimetern. Das kann sich je nach Hersteller und Reifentyp etwas unterscheiden.
Einen guten Reifen kann man daran erkennen, wie viel Aufmaß das Profil nach einer bestimmten Strecke noch aufweist. Ein Reifen von niedriger Qualität kann durch höheren Abrieb bei gleicher Strecke zwei bis dreimal soviel Profil verlieren, als es bei einem Reifen von besserer Qualität der Fall ist. Der ADAC etwa sowie verschiedene Fachmagazine führen Verschleißtests durch und veröffentlichen diese in ihren regelmäßigen Reifentests.
Die Profiltiefe ist entscheidend, wenn es um die Lebensdauer als auch um die Sicherheit eines Reifens geht. Aus diesem Grund muss das Profil von Sommerreifen wie auch von Winterreifen regelmäßig überprüft und nachgemessen werden. Neben dem Profil entscheiden auch der Reifenluftdruck, die Beschaffenheit des Reifens und zu guter Letzt die Fahrwiese, wann ein Reifen erneuert werden sollte.
WELCHE PROFILTIEFE MÜSSEN SOMMERREIFEN MINDESTENS HABEN?
Die Mindestprofiltiefe ist vom Gesetzgeber genau vorgegeben. Die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe von Sommerreifen liegt bei 1,6 Millimetern. Das gilt vor allem für das Hauptprofil. Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) handelt es sich dabei um die Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche. Verschwinden die Rillen und Lamellen mit der Zeit, verschlechtert sich die Bodenhaftung. Gerade auf nasser Fahrbahn kann dies zu Aquaplaning führen.
Aus Sicherheitsgründen raten Fachleute des ADAC zu einer Mindestprofiltiefe für Sommerreifen von drei Millimetern. Für Winterreifen werden sogar vier Millimeter empfohlen. Gleiches gilt für Ganzjahresreifen. Experten raten davon ab, Reifen bis in die Nähe der Mindestprofiltiefe abzufahren, um die Anschaffung eines neuen Reifensatzes vermeiden zu können.
Ungleichmäßig abgenutzte Sommerreifen sind im übrigen erlaubt, solange die Mindestprofiltiefe nicht unterschritten wird. Die Reifen mit besserer Beschaffenheit sollten stets auf der Hinterachse montiert werden. Wenn der Reifendruck zu niedrig ist, nutzen sich die Reifen schneller und ungleichmäßiger ab. Deshalb empfiehlt es sich, den Reifendruck regelmäßig aber vor allem vor einer längeren Fahrt zu überprüfen.
WIE UND WO WIRD DAS PROFIL VON SOMMERREIFEN GEMESSEN?
- Abriebindikatoren: Die sogenannten Abriebindikatoren befinden sich direkt am Reifen. Ein Blick genügt, um zu sehen, ob die Mindestprofiltiefe bei Sommerreifen noch vorhanden ist. Diese Indikatoren sind kleine Stege in den Längsrillen des Profils. Sie weisen eine Höhe von exakt 1,6 Millimetern auf. Die kleinen dreieckigen Symbole an der Reifenflanke zeigen an, an welcher Stelle sich die Stege befinden. Wenn der Reifen so stark abgefahren ist, dass die Stege und das Profil eine gemeinsame Ebene bilden, ist die Mindestprofiltiefe erreicht.
- Euro-Münze: Mit einer Ein-Euro-Münze lässt sich auf einfache Weise feststellen, ob die Profiltiefe noch ausreichend ist. Der Goldrand der Münze ist etwa drei Millimeter breit. Um das Profil zu prüfen, hält man die Euro-Münze in die Mitte des Reifenprofils. Ist der Goldrand nicht mehr sichtbar, ist noch ausreichend Profil vorhanden. Bleibt der goldene Rand sichtbar, sollte der Reifen erneuert werden.
- Profiltiefenmesser: Auch mit einem Profiltiefenmesser kann das Profil überprüft werden. Das wie ein kleiner Messschieber aussehende Prüfmittel wird zwischen zwei Profilblöcken angesetzt. Nachdem der Mittelteil in Richtung des Profilbodens verschoben wurde, kann die noch vorhandene Profiltiefe an einer Skala oder einer digitalen Anzeige abgelesen werden.
WELCHE FOLGEN DROHEN BEI EINER ZU GERINGER PROFILTIEFE?
Fahren mit zu geringem Reifenprofil ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch kostspielig werden. Wird bei einer Fahrzeugkontrolle festgestellt, dass die Mindestprofiltiefe bei einem Pkw unterschritten wurde, ist ein Bußgeld von € 60 fällig. Hinzu kommt noch ein Punkt in der Verkehrssünderkarte in Flensburg. Wurden darüber hinaus weitere Verkehrsteilnehmer gefährdet, erhöht sich das Bußgeld auf 75 Euro.
Ein unterschreiten der Mindestprofiltiefe kann auch ein Problem mit der Versicherung nach sich ziehen. Mit abgefahrenen Sommerreifen steigt das Risiko, einen Unfall zu verursachen. Die Versicherung kann in diesem Fall die Übernahme der Kosten des Unfallschadens verweigern. Unterstellt sie dem Fahrer sogar grobe Fahrlässigkeit, ist Ärger kaum mehr zu vermeiden. In einem solchen Fall können nur Gutachter klären, ob die schlechten Reifen als Unfallursache gelten oder ob dieser unvermeidbar war. Dies nachzuweisen ist nicht nur aufwändig, sondern auch mit hohen Kosten verbunden.
MINDESTPROFILTIEFE VON SOMMERREIFEN: UNTERSCHIEDE IN DER EU
Die Mindestprofiltiefe von Sommerreifen in Österreich, der Schweiz und in Italien ist mit der gesetzlichen Regelung in Deutschland identisch. Dasselbe gilt seit 1992 für die gesamte EU. Dennoch wird dazu geraten, auch im Ausland die Empfehlungen des ADAC zu beherzigen und Sommerreifen mit einer Profiltiefe von unter drei Millimetern zu erneuern.
DESHALB NUTZEN SICH SOMMERREIFEN UNTERSCHIEDLICH AB
Spätestens alle zwei Jahre vor der regelmäßigen Hauptuntersuchung unterziehen Fahrzeughalter ihr Fahrzeug einem Check-Up. Dabei rückt auch die Profiltiefe in den Fokus. Unabhängige Prüforganisationen wie die DEKRA oder der TÜV überprüfen beispielsweise auch die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe der Sommer- oder Winterreifen. Wies diese unterschritten, muss so schnell wie möglich eine neue Bereifung her. Wird die Hauptuntersuchung nicht bestanden, bleiben dem Fahrzeughalter vier Wochen für ein erneutes Vorfahren.
Für manche Autofahrer kommt dies überraschend, denn die minimale Profiltiefe von Sommerreifen kann auch nur an manchen Stellen des Reifenprofils unterschritten sein. Das kann dennoch zum Problem werden. In manchen Fällen zeichnet sich der ungleichmäßige Abrieb dafür verantwortlich, dass sich die Profiltiefe großflächig vermindert. Das betrifft nicht nur gebrauchte, sondern auch neue Reifengummis. Die häufigsten Ursachen für einen unregelmäßigen Verschleiß von Sommer- und Winterreifen sind:
- ein zu geringer Reifendruck
- ein fehlerhaftes Bremssystem
- eine falsche Achseinstellung
- defekte Stoßdämpfer
Eine geringe Reifenprofil-Dichte an den Außenflächen der Pneus weist darauf hin, dass die Reifen falsch justiert und unter Umständen zu weit nach außen montiert wurden. Zeigt sich die verminderte Profiltiefe eher in der Reifenmitte, liegt die Ursache wohl eher an verschlissenen Stoßdämpfern. Für Fahrzeughalter mit wenig Erfahrung empfiehlt es sich, einen Termin mit einem Fachmann zu vereinbaren.
PROFILTIEFE: SOMMERREIFEN VERSUS WINTERREIFEN
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter gilt sowohl für Sommer- als auch für Winterreifen. Bei Winterreifen liegt die Reifenprofil-Dichte mit 4 Millimetern allerdings noch höher als bei Sommerreifen. Das hat einen einfach Grund: Die winterlichen Straßenverhältnisse (Schnee und Eis) verlangen sowohl den Autofahrern als auch den Reifen eine höhere Leistung ab.
Experten des ADAC erklären, dass sich die Eigenschaften von Winterreifen bereits ab einer Profiltiefe von 3,9 Millimetern spürbar verschlechtern. Der Bremsweg verlängert sich dadurch um bis zu 25 Prozent. Ebenso das Kurvenverhalten verändert sich bei einer verminderten Profiltiefe unvorhersehbar.
Auch die Profiltiefe von Ganzjahresreifen richtet sich nach den gesetzlich vorgeschriebenen 1,6 Millimetern. Kfz-Fachleute raten im Winter auf eine Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern zu achten. Sommerreifen sollten eine Profiltiefe von 3 Millimetern nicht unterschreiten, um sicher unterwegs zu sein.
HILFE BEIM REIFEN FINDEN
Wenn Sie die auf Ihren Pkw passenden Reifendimensionen nicht kennen, schauen Sie auf die Reifen, mit denen Ihr Pkw aktuell bereift ist. Dort finden Sie die notwendigen Angaben.
WELCHE BEDEUTUNG HABEN DIE ANGABEN AUF DEM REIFEN-MANTEL?
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Wenn Sie Ihre neuen Reifengummis bei uns bestellen möchten, benötigen wir die Angaben zu Punkt 3, 4, 6 und 8. Bitte geben Sie auch an, ob Sie einen Reifen mit höherer Tragfähigkeit benötigen (z.B. für Kleinbusse oder Kleintransporter).
In den Ziffern 20 bis 23 Ihres Kraftfahrzeug-Scheins können Sie überprüfen, ob die Reifendimension für Ihr Kraftfahrzeug zugelassen ist. Hier finden Sie auch Ihre Winterreifengröße.
Falls Sie Reifen für Ihr Fahrzeug verwenden möchten, die nicht in Ihrem Fahrzeugbrief oder KFZ-Schein eingetragen sind, müssen Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung anfordern.
DIE DIMENSION DES REIFENS
Die technische Ausführung der Bereifung ist durch den § 36 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) festgelegt. Danach sind Pkw-Reifen entsprechend der Vorschrift ECE-R 30 genormt. Dies gilt insbesondere für die Beschriftung der Reifenflanke. Sie gibt über die wichtigsten Daten des Reifens Auskunft. Innerhalb dieser Information sind die für den Fahrzeughalter wichtigen Angaben zusammengestellt - die Norm verlangt darüber hinaus weitere Bezeichnungen auf der Seite wie Herstellername (1) und Reifentyp (2).
Quelle: ADAC
REIFENBREITE
Die Reifenbreite wird in Millimeter angegeben (z.B. 175 mm). Bei herkömmlichen Reifen reichen die Querschnittsbreiten von nominell 125 Millimeter (z.B. 125/80 R 12) bis etwa 335 Millimeter (z.B. 335/30 R 19). Die Breiten steigen dabei in 10-Millimeter-Schritten. Besondere Reifen für neue Rad-Reifen-Systeme (bspw. TD-Reifen von Dunlop oder TRX- oder TDY-Reifen von Michelin) haben andere Breitenmaße in Millimeter. Deren Breiten reichen von 160 bis 240 Millimeter. Die tatsächliche Breite weicht, bedingt durch die üblichen Fertigungstoleranzen, meist von den nominellen Angaben geringfügig ab und variiert von Hersteller zu Hersteller um wenige Millimeter. Außerdem ist sie abhängig von der Breite der Felge, auf welcher der Reifen montiert ist. Die Normung der Reifen erlaubt es, die meisten Reifen auf Felgen verschiedener Breiten zu montieren. Diese Breitenunterschiede können ursächlich dafür sein, dass auf bestimmten Fahrzeugen nur Reifen bestimmter Hersteller (Markenbindung) oder lediglich in Kombination mit bestimmten Felgen montiert werden dürfen, da in diesen Fällen ausschließlich diese Reifengummis in allen Betriebszuständen mit Sicherheit (also auch beim Einfedern oder beim Lenkeinschlag) "freigängig" sind. Auch die Verwendbarkeit von Schneeketten kann an bestimmte Reifenfabrikate und Felgenbreiten gebunden sein. Zu beachten sind hier die Hinweise in den Fahrzeugpapieren und in der Bedienungsanleitung.
HÖHEN-BREITEN-VERHÄLTNIS / SERIE …… / 50 / 60 / 70 / 80 (NR. 4)
Hierbei handelt es sich um das Verhältnis von Höhe zu Breite des Reifenquerschnittes in Prozent. Ein /50 bedeutet dann, dass die Reifenhöhe halb so groß ist wie die Reifenbreite. Mit fallenden Verhältnis-Zahlen wird die Reifenflanke immer niedriger - ein übliches Erscheinungsbild sportlicher Pkw (bspw. 225/45...).
Sonderfall: Bei Reifen der 80er und 82er Serie war früher die ".../80" in der Bezeichnung nicht üblich. Dementsprechend kann in älteren Fahrzeugpapieren noch "155 R 13" stehen. Dies entspricht nunmehr beim Reifenkauf "155/80 R 13".

REIFENBAUART (NR. 5)
Das "R" steht für "Radial" (zusätzlich auch häufig ausgeschrieben). Es handelt sich um die heute übliche Bauart mit radial angeordneten Karkassfäden. Bis in die 60-er Jahre war der Diagonalreifen Standard. Sofern heute noch für Spezialfälle /z.B. bei Oldtimern) produziert, steht anstelle des "R" ein "D" oder auch "-".
Hinweis: Es dürfen grundsätzlich nur Reifen einer Bauart montiert werden. Mischbereifung, also Diagonal- und Radialreifen auf einem Fahrzeug, ist laut StVZO § 36 nicht zulässig.
FELGENDURCHMESSER (NR. 6)
Der Felgendurchmesser wird diagonal von Felgenrand zu Felgenrand ermittelt, das Maß wird meist in Zoll angegeben. Die gängigsten Maße reichen von 10 bis 20 Zoll. Bei TD-Reifen von Dunlop sowie TRX-, TDX-Reifen oder dem PAX-System von Michelin werden die Felgendurchmesser in Millimeter angegeben. Die gängigsten Durchmesser gehen von 315 bis 440 Millimeter.
TRAGFÄHIGKEITSKENNZIFFER (LOAD INDEX LI) (NR. 7)
Kennzahl für die Belastbarkeit des Reifens. Jedem LI-Wert wird, dargestellt in einer genormten Tabelle, eine bestimmte Belastbarkeit des Reifengummis bei einem vorgegebenen Luftdruck zugeordnet.
Beispiel: "85" = 515 kg.
Die montierten Reifen müssen mindestens dem in den Fahrzeugpapieren angegebenen LI entsprechen, höhere Werte des LI sind zulässig.
Zusatzangabe "Reinforced": (12) Bezeichnung an Reifen besonders hoher Tragfähigkeit (für Kleintransporter, Kleinbusse, Vans, Geländewagen, …). Ausschlaggebend ist aber auch hier die (entsprechend hohe) LI-Kennziffer.
| LI-Kennziffer |
Tragfähigkeit in kg |
LI-Kennziffer | Tragfähigkeit in kg | LI-Kennziffer | Tragfähigkeit in kg | |||||
| 63 | = | 272 | 83 | = | 487 | 103 | = | 875 | ||
| 64 | = | 280 | 84 | = | 500 | 104 | = | 900 | ||
| 65 | = | 290 | 85 | = | 515 | 105 | = | 925 | ||
| 66 | = | 300 | 86 | = | 530 | 106 | = | 950 | ||
| 67 | = | 307 | 87 | = | 545 | 107 | = | 975 | ||
| 68 | = | 315 | 88 | = | 560 | 108 | = | 1000 | ||
| 69 | = | 325 | 89 | = | 580 | 109 | = | 1030 | ||
| 70 | = | 335 | 90 | = | 600 | 110 | = | 1060 | ||
| 71 | = | 345 | 91 | = | 615 | 111 | = | 1090 | ||
| 72 | = | 355 | 92 | = | 630 | 112 | = | 1120 | ||
| 73 | = | 365 | 93 | = | 650 | 113 | = | 1150 | ||
| 74 | = | 375 | 94 | = | 670 | 114 | = | 1180 | ||
| 75 | = | 387 | 95 | = | 690 | 115 | = | 1215 | ||
| 76 | = | 400 | 96 | = | 710 | 116 | = | 1250 | ||
| 77 | = | 412 | 97 | = | 730 | 117 | = | 1285 | ||
| 78 | = | 425 | 98 | = | 750 | 118 | = | 1320 | ||
| 79 | = | 437 | 99 | = | 775 | 119 | = | 1360 | ||
| 80 | = | 450 | 100 | = | 800 | 120 | = | 1400 | ||
| 81 | = | 462 | 101 | = | 825 | |||||
| 82 | = | 475 | 102 | = | 850 |
SOMMEREIFEN:
Beginnen die Osterglocken zu blühen, ist es Zeit, von Winter- auf Sommerreifen umzusteigen. So sagt zumindest der Volksmund. Die alten Reifen nochmal verwenden oder neue Sommerreifen kaufen: Alles, was Sie bei Sommerreifen beachten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.
SOMMERREIFEN AB WANN WECHSELN?
Jedes Frühjahr steht der Umstieg von Winterreifen auf Sommerreifen an. Den perfekten Zeitpunkt dafür gibt es nicht. Zu beachten ist, dass sich die Temperaturen durchgängig über der Sieben-Grad-Grenze halten. Ein guter Anhaltspunkt dafür ist der März oder auch der April. Der Klimawandel erschwert hier eine Empfehlung aufgrund von Erfahrungswerten.
Laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt der deutsche Gesetzgeber eine "den Witterungsbedingungen angepasste Bereifung" vor. Daher ist es an jedem Fahrzeughalter selbst, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Wer sich unsicher ist und einem Bußgeld entgehen möchte, sollte auf Nummer sicher gehen. Denn wer zu früh von Winter- auf Sommerreifen wechselt, dem droht ein Bußgeld, falls es noch einmal glatt wird. Kommt es zu einem Unfall, kann im schlimmsten Fall der Versicherungsschutz erlöschen.
SOMMERREIFEN GEGEN WINTERREIFEN - DAS IST DER UNTERSCHIED
Fachleute empfehlen einen Wechsel. Als Halter eines Fahrzeugs geht man ein nicht notwendiges Risiko ein, wenn man ganze Jahr über mit ein und demselben Reifensatz unterwegs ist. Dabei unterscheidet der Fachmann nicht, Winterreifen im Sommer zu fahren oder ob man mit Sommerreifen im Winter unterwegs ist. Zwar besteht laut dem Gesetzgeber keine Sommerreifenpflicht. Doch ein Umstieg auf Sommerreifen hat Vorteile.
- Gummimischung: Winterreifen bestehen auch einer weicheren Gummimischung, da sie einen hohen Anteil an Naturkautschuk und Weichmachern enthalten. Dadurch bleiben sie auch bei Minustemperaturen weich und passen sich in den Wintermonaten flexibel den Straßen an. Sommerreifen hingegen erkennt man am harten Gummi. Sommerreifen halten durch ihre Beschaffenheit höhere Temperaturen aus, wodurch sie einen höheren Grip besitzen.
- Verschleiß: Die weiche Gummimischung der Winterreifen hat bei höheren Temperaturen eine schnellere Abnutzung zur Folge. Das kann zur Folge haben, dass die Winterreifen für den nächsten Winter nicht mehr brauchbar sind. Bei Sommerreifen ist die Laufleistung in der warmen Jahreszeit deutlich langlebiger.
- Bremsweg: Wenn Winterreifen hohen Temperaturen ausgesetzt werden, verlängert sich der Bremsweg.
- Kraftstoffverbrauch: Der größere Rollwiderstand der weichen Winterreifen führt zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch (bis zu 15% mehr im Vergleich zu Sommerreifen).
WIE LANGE SIND SOMMERREIFEN HALTBAR?
Gute Sommerreifen halten viele Jahre. Aber nicht zwangsläufig bis zum Ende des Profils.
Profiltiefe Sommerreifen
Die Profiltiefe liegt bei neuen Sommerreifen etwa bei acht Millimetern und nutzt sich von Jahr zu Jahr ab. Ist man mit gebrauchten Sommerreifen auf nasser Fahrbahn unterwegs ist oder starke Bremsmanöver macht, riskiert, ins Schleudern zu geraten. Deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, welches Profil Sommerreifen aufweisen müssen.
Experten raten mit drei Millimetern zu einer deutlich höheren Profiltiefe bei Sommerreifen, als vom Gesetzgeber vorgeschrieben wurde. Denn nimmt das Profil ab, verschlechtert sich die Bodenhaftung, da die Profiltiefe den eigentlichen Vorteil der Sommerreifen darstellt. Es sorgt auch bei höheren Geschwindigkeiten für kurze Bremswege sowie für einen höheren Fahrkomfort. Vernachlässigt der Fahrzeughalter das regelmäßige Überprüfen des Profils, gefährdet er im schlimmsten Fall sogar die eigene Gesundheit und die anderer Verkehrsteilnehmer.
Kleiner Fun Fact am Rande. Im Gegensatz zu Winterreifen ist die Profiltiefe von Sommerreifen geringer, wodurch der Reifen grundsätzlich flacher ausfällt. Da der Fahrbahnbelag im Sommer trockener ist, bieten die Pneus dadurch im Vergleich zu Winterreifen einen höheren Grip.
WINTERREIFEN
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WELCHES BUSSGELD DROHT BEI MISSACHTUNG?
Der einfache Verstoß wird mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro geahndet. Darüber hinaus erhält man einen Punkt im Fahrererlaubnisregister in Flensburg. Sollten über dies hinaus dritte behindert, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro.
Neben dem Fahrer haftet auch der Fahrzeughalter, der für die Inbetriebnahme ohne die erforderliche Befreiung des Alpine Symbols gestattet oder zulässt. Der Halter wird mit 75 Euro und ebenfalls einem Punkt in Flensburg belastet.
WANN GILT DIE WINTERREIFENPFLICHT?
Eine generelle Winterreifenpflicht, die an einen bestimmten Zeitraum geknüpft ist, gibt es in Deutschland nicht. Stattdessen gilt die situative Winterreifenpflicht. Dies bedeutet, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen aufgezogen müssen - also bei Schneeglätte, Schneematsch, Glatteis sowie Eis- oder Reifglätte. Die Faustformel von Oktober bis Ostern (von O bis O) ist demnach nur ein grober Richtwert, der jedoch keine rechtliche Relevanz besitzt.
Die situative Winterreifenpflicht gilt nur dann als erfüllt, wenn auf allen Radpositionen Winterreifen montiert sind. Eine Teilbereifung nur der angetriebenen Achse erfüllt die Winterreifenpflicht nicht.
WELCHE REIFEN GELTEN ALS WINTERREIFEN?
Als wintertauglich im Sinne des Gesetzgebers gelten nur Reifen mit dem Alpine Symbol, einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Diese Reifen erfüllen die einheitlichen Prüfkriterien hinsichtlich Haftung auf nassen und glatten Oberflächen, welche in der Regelung Nr. 117 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa, auch UNECE genannt, festgehalten wurden.

Reifen, die lediglich mit der M+S Kennzeichnung tragen, erfüllen die Winterreifenpflicht nicht. Der Gesetzgeber hat jedoch eine Übergangsregelung erlassen. Durch diese Übergangsregelung dürfen M+S Reifen, die bis zum 31.12.2017 hergestellt wurden, noch bis zum 30. September 2024 verwendet werden.
GIBT ES AUSNAHMEN VON DER WINDERTEIFENPFLICHT?
Folgende Fahrzeuge sind von der Winterreifenpflicht befreit:
- einspurige Kraftfahrzeuge, zum Beispiel Motorräder
- Land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge
- Gabelstapler im Sinne des § 2 Nr. 18 der Fahrzeug Zulassungsverordnung (FZV)
- motorisierte Krankenfahrstühle laut § 2 Nr. 13 der FZV
- Einsatzfahrzeuge der in § 35 Abs. 1 StVO genannten Organisationen, soweit für diese Fahrzeuge bauartbedingt keine Reifen verfügbar sind, die den Anforderungen des § 36 Abs. 3 der StVO genügen
- Spezialfahrzeuge, für die ebenfalls bauartbedingt keine Reifen der Kategorien C1, C2 oder C3 erhältlich sind
Diese, von der Winterreifenpflicht befreiten Fahrzeuge, dürfen allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen mit Sommerreifen fahren.
- vor Beginn jeder Fahrt muss geprüft werden, ob es erforderlich ist, die Fahrt durchzuführen und ob das Ziel auch mit anderen Verkehrsmitteln erreichbar ist
- während der Fahrt ist ein Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten, der in Metern mindestens der Hälfte der Fahrgeschwindigkeit in km/h entspricht (Stichwort: halber Tacho)
- die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h, sofern fahrzeugbedingt nicht ohnehin eine geringere Geschwindigkeit geboten ist
WIE HOCH IST DIE VORGESCHRIEBENE PROFILTIEFE?
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt einheitlich 1,6 Millimeter (für Sommer- und Winterreifen). Aus Sicherheitsgründen werden jedoch mindestens vier Millimeter empfohlen. Neben der Profiltiefe spielt auch das Reifenalter eine Rolle. Nach spätestens sechs Jahren ist die Gummimischung so hart geworden, dass die Bodenhaftung bei niedrigen Temperaturen nachlässt.
SIND GANZJAHRESREIFEN AUCH IM WINTER AUSREICHEND?
Ganzjahresreifen sind im rechtlichen Sinne Winterreifen, wenn sie das Alpine-Symbol oder die M+S Kennzeichnung (Übergangsfrist beachten) tragen und dürfen somit auch bei winterlichen Straßenverhältnissen gefahren werden. Sollte keines der beiden Kennzeichnungen vorhanden sein, handelt es sich nicht im einen Ganzjahresreifen sondern um einen Sommerreifen.
WELCHE FOLGEN KANN EIN UNFALL MIT SOMMERREIFEN HABEN?
Wird man wegen der Benutzung von Sommerreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen in einen Unfall verwickelt, kann dies zu einer erheblichen Leistungskürzung der Kaskoversicherung aufgrund grober Fahrlässigkeit (§ 81 VVG) führen. Auch in der Haftpflichtversicherung hat das Fehlen von Winterreifen auf Schnee erhebliche Auswirkungen. Auch hier kann es zu einer Mithaftung des Geschädigten kommen.
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